Archive for the ‘Politik’ Category

AFdiA – Das neue FSJ im Ausland?

16. Juni 2010 No Comments

Bereits Anfang März haben wir davon berichtet, dass die Förderung für das FSJ im Ausland abgeschafft wird und als Ausgleich ein neues Freiwilligenprogramm gegründet wird. Leider haben wir immer noch nicht viele Informationen bzw. dürfen diese noch nicht veröffentlichen. Aber ein paar Punkte aus einer Mitte März stattgefundenen Diskussion von Vertretern des Auslandsjugendfreiwilligendienstes und des BMFSFJ (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend) möchten wir euch trotzdem geben. (weiterlesen…)

Weltwärts – Wachstum statt Qualität

27. Mai 2010 4 Comments

In der letzten Zeit ist das Weltwärts Programm immer wieder negativ in den Medien aufgetaucht. Erst wurden die versprochenen Fördermittel um 11 Millionen Euro gekürzt, dann kam es durch die Kürzung bedingt zu unzähligen Absagen und am Ende wird vom Ministerium herausgegeben, dass die staatliche Organisation DED (Deutscher Entwicklungsdienst) ihre Weltwärts Stellen bis 2011 mehr als verdoppeln will, was eine Verstaatlichung des kompletten Programms vermuten lies.

Vor wenigen Tagen gab es eine Pressemitteilung, in welcher das BMZ (weiterlesen…)

Weltwärts Krise wird vom BMZ schöngeredet

12. Mai 2010 1 Comment

In der letzten Zeit gab es aufgrund der Kürzung von 11 Millionen Euro für das Förderprogramm Weltwärts harsche Kritik an dem BMZ. Mit einer heute erschienen Pressemeldung wird aber nicht nur versucht die ganze Schuld an diesen Ereignissen den Entsendeorganisationen in die Schuhe zu schieben (“hätte daher auch niemals zur Grundlage für Zusagen zu Entsendungen gemacht werden dürfen”), sondern das BMZ versucht auch eine positive Entwicklung des Weltwärts Programms vorzutäuschen (“Damit können 2010 voraussichtlich mehr Freiwillige entsendet werden als 2009.”)

Wie sieht das ganze aber in der Realität aus? (weiterlesen…)

Weltwärts Probleme?

2. April 2010 3 Comments

Leider läuft im Weltwärts Programm nicht immer alles so glatt wie man es gerne möchte, aus diesem Grund versucht das BMZ eine “Qualitätssteigerung” im Freiwilligendienst durch zusetzten. Dafür müssen die Trägervereine ihre Freiwilligen in Zukunft auf alle möglichen Situationen vorbereiten müssen. Aus gegebene Anlass müssen die Vereine die Freiwilligen auch darüber belehren, dass sich sie an gegebene Gesetzte halte müssen. Die “Qualität” im Weltwärts Programm soll sich in Zukunft auch auf solche Aspekte erstrecken und diese Arte der Vorbereitung soll dem BMZ auch eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Vereine aus dem Weltwärts-Programm auszuschließen.

Insgesamt möchte das BMZ eine starke “Qualitätssteigerung” im Weltwärts Programm erreichen und dafür die Trägervereine in die Verantwortung nehmen. Insbesondere Visa-Probleme werden oft zu recht großen Probleme, denn schlechte Fälle laufen oft direkt über die Botschaft und werden an das Auswärtige Amt und an das BMZ herangetragen. Um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden, wird unter anderen auch die Einstellung von Entsendungen in bestimmte Länder geprüft. Betroffen sind davon unter anderen Kenia und Tansania, aber auch andere Länder stehen auf dem Prüfstand.

Weltwärts Evaluierung per Chip – Modellprojekt

1. April 2010 9 Comments

Entsprechend einer aktuellen Pressemitteilung von grenzenlos e.V. plant das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der weltwärts-Evaluation den Einsatz eines neuen Systems zur Wirkungserfassung in Freiwilligendiensten. Dabei wird den Freiwilligen vor der Ausreise ein elektronischer Chip implementiert, der zunächst physiologische Merkmale wie Pulsfrequenz, Hautleitfähigkeit, Neuronendichte und Hirnstromdruck misst. Die Daten werden in Echtzeit über Funk direkt ins Rechenzentrum des BMZ übermittelt. Mittels einer komplexen Triangulationsformel können daraus in einem zweiten Schritt Rückschlüsse auf den interkulturellen Lernprozess der Freiwilligen gezogen werden.

„Damit beschreiten wir ganz neue Wege in der Wirkungsforschung“, freuen sich Albrecht Moritz und Björn Tischer aus dem weltwärts-Sekretariat, die das neuartige System konzipiert haben. Es trägt den Arbeitstitel „Neurologisches Instrument zur Lerndiagnostik Projektspezifischer Förderungs-Effekte bei Reichen Teenagern“ (NILPFERT). An dem Modellprojekt wird eine repräsentative Stichprobe von etwa 100 Freiwilligen aus der Ausreisejahrgang Sommer 2010 teilnehmen. Der hauchdünne Chip wird den ausreisenden Freiwilligen während des Vorbereitungsseminars unter lokaler Betäubung in den Oberarm eingesetzt. Die Kosten dafür tragen die jeweiligen Entsendeorganisationen (außer beim DED, dort zahlt das BMZ).

Von Datenschützern wird das vorhaben aktuell noch kritisch gesehen.

Hinweis:
Ich dachte eigentlich es ist offensichtlich, da ich aber immer noch Emails und Anrufe betreffs des Artikels erhalte, folgender Hinweis:
Das ganze war ein Aprilscherz!
Wer sich über diesen Artikel sorgen gemacht hat, soll die Sorgen aber nicht ganz beiseite legen. In anderen Bereichen der Gesellschaft werden ähnliche Methoden nämlich bereits tatsächlich diskutiert und teilweise auch praktiziert.

Wird Weltwärts komplett verstaatlicht?

31. März 2010 No Comments

In der letzten Weltwärts Beiratssitzung wurde eine gewisse Skepsis gegenüber der großen Trägerlandschaft geäußert. Aber gerade diese Vielfalt an unterschiedlichen Trägern bringt für die Freiwilligen auch enorme Vorteile. Jeder Verein setzt für sich andere Schwerpunkte und Ziele, was sich unter anderen auch in der Projektauswahl und in der Freiwilligenbetreuung zeigt. Für die Freiwilligen gibt es dadurch eine große Auswahlmöglichkeit um das beste zu ihnen passende Projekt zu finden. Auch die Betreuung der Freiwilligen ist bei einem kleinen Verein meist wesentlich besser und persönlicher, als es bei einer großen Organisation der Fall sein kann. Diese Vielfalt in der Trägerlandschaft ist also eigentlich etwas, was man schützen sollte.

Leider scheint es unsere Bundesregierung und das BMZ aber etwas anders zu sehen. Erst vor kurzen hat Bundesminister Dirk Niebel das Ziel verkündet, den Anteil der Weltwärts Entsendungen vom DED (Deutscher Entwicklungsdienst) auf 1.000 Stellen pro Jahr zu erhöhen.
Der DED nimmt innerhalb der Weltwärts Entsendeorganisationen eine gewisse Sonderstellung ein. Zum einen fungiert er wie alle anderen Weltwärts Organisationen auch, als normaler Träger, zum anderen ist der DED mit dem Weltwärts Sekretariat aber auch direkt politisch an dem Weltwärts Programm beteiligt.

Im kommenden Jahr wird es vermutlich 3000 bis 3500 Weltwärts Entsendungen geben. Wenn alleine der DED 1000 Entsendungen vornimmt, sind somit ca. 33% aller Freiwilligen beim DED, einer staatlichen Organisation. Rein offiziell ist auch der DED eine unabhängige gemeinnützige Gesellschaft, allerdings ist die Bundesregierung Deutschland mit 95% Anteilen der Hauptgesellschafter.

Kritisch ist auch die Anzahl der Entsendungen an sich zu sehen. Wenn der DED wirklich 1000 Freiwillige entsenden wird, wovon auszugehen ist, müssen sie 400 neue Stellen schaffen. Durch die aktuelle Budgetkürzung im Weltwärts Programm sieht es aber aktuell so aus, dass insgesamt bis zu 500 Stellen gestrichen werden müssen. Wenn der DED also wirklich so viele neue Stellen erschließen sollte, kann dies nur zur den Lasten der kleineren Träger gehen.

Ergänzung:
Für 2011 werden vom DED 1500 Entsendungen geplant.

FSJ im Ausland – wie geht es weiter?

31. März 2010 No Comments

In der letzten Zeit wurde durch unzählige Anfragen von Freiwillige und Vereine, starker politischer Druck auf verschiedene Bundestagsabgeordnete und Fraktionen ausgeübt. Unter anderen dadurch waren die Politiker gezwungen eine Stellung zur der geplanten Änderung des FSJ und des FSJ im Ausland abzugeben.

Geplant ist weiterhin die Streichung der zusätzlichen Förderung für Personen welche das FSJ als Zivildienst machen wollen. Im Ausgleich dazu soll eine generelle Förderung aller Freiwilligen geschaffen werden.

Für Freiwillige welche bereits in diesem Jahr ihren FSJ Dienst als Zivildienst Ersatz antreten wollen, wird eine Übergangsregelung geschaffen. Dafür wird von dem Staat ein extra Budget im Rahmen einer Übergangsförderung zur Verfügung gestellt. Eine Besonderheit für die Vereine ist allerdings, dass alle Einsatzplätze welche entsprechend §14c ZDG (FSJ) anerkannt waren, jetzt auf §14b ZDG (ADIA) umgeschrieben werden müssen. Vereine die für den ADiA (Anderer Dienst im Ausland) noch keine Anerkennung haben, müssen diese schnellstmöglich beim BMFSFJ (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend) beantragen.

Ab dem 1.1.2011 soll es dann eine neue Förderrichtlinie für den Freiwilligendienst im Ausland geben. Diese Förderung erfolgt pauschal und wird vermutlich 250 Euro pro Monat betragen. Außerdem stehen den Freiwilligen auch weiterhin eventuelle Kindergeldansprüche zu. Die Vereine müssen für die Freiwilligen keine Sozialversicherungsbeiträge mehr zahlen, was gegenüber der aktuellen Regelung beim FSJ eine große Erleichterung darstellt.

Werden Weltwärts Stellen gestrichen?

5. März 2010 No Comments

Erst vor wenigen Tagen wurde die Kürzung der Gelder für Weltwärts bekannt gegeben und jetzt werden nach und nach die tatsächlichen Wirkungen des Beschlusses sichtbar.

Das Weltwärts Referat hat in einer Sitzung des Weltwärts Beirat angegeben, dass es im Jahr 2010 vermutlich 3000 bis 3500 Ausreisen geben wird. Auf dem ersten Blick klingt das sicherlich viel, im Jahr 2009 gab es aber bereits 3525 Weltwärts Freiwillige.
Das heißt also, dass im schlimmsten Fall mehr als 500 Plätze gestrichen werden.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass 2010 die Weltwärts Stellen eigentlich um 1000 bis 1500 Plätze wachsen sollten, dann sieht das ganze noch Schlimmer aus. Den für viele dieser geplanten Plätze haben die Freiwilligen schon eine Zusage von den Trägervereinen bekommen, welche sich auf die Bundesregierung verlassen haben. Wir können also nur hoffen, dass am Ende nicht mehrere hunderte Freiwillige ihren Dienst nicht Antreten können.

Um welche Stellen es sich dabei handeln wird steht noch nicht fest. Das Weltwärts Referat hat betont, dass man derzeit noch keine Prognose über die tatsächliche Anzahl möglicher Entsendungen abgeben kann. Wir hoffen, dass die ersten Auskünfte darüber Anfang April vorliegen werden.

Kürzerer Zivildienst – Freiwillig verlängern?

4. März 2010 No Comments

Obwohl die Kürzung des Zivildienstes immer noch nicht beschlossen ist, gibt es bereits jetzt viele unterschiedliche Diskussionen wie man den Wegfall der bisherigen Zivildienstleistenden ausgleichen kann.

Die Variante welche aktuell am meisten im Gespräch ist, ist eine Freiwillige Verlängerung des Zivildienstes. Die CDU möchte Zivildienstleistenden durch diese Option die Möglichkeit geben länger in ihren Projekten zu bleiben. Wer sich dafür entscheidet bekommt weiterhin denselben Zivildienstlohn wie in seinem letzten Zivildienstmonat.
Das ganze orientiert sich an der freiwilligen Verlängerung der Wehrpflicht – mit einem Unterschied. Wer sich entscheidet länger als die verpflichtete Zeit in der Armee zu bleiben, bekommt mehr Gehalt. Wer sich entscheidet länger Zivildienst zu machen nicht. Meiner Meinung nach versucht die CDU damit ein Modell zu schaffen, um die billigen Zivi-Arbeitskräfte weiter zu halten. Außerdem besteht durch so ein System die Gefahr, dass der Zivildienst sich weiter etabliert und eine komplette Abschaffung schwieriger wird.

Die FDP hat dagegen mit einem anderen Vorschlag aufgewartet. Anstelle einer freiwilligen Verlängerung soll ein eigenes Freiwilligenprogramm gestartet werden, mit welchen alle Jugendlichen die Möglichkeit haben in den Projekten zu arbeiten (also auch Frauen und nicht Wehrpflichtige). Dieser Vorschlag klingt eigentlich ganz gut. Die Frage ist nur, wie lange die liberalen Reihen in dieser Frage geschlossen bleiben. Denn bereist jetzt heißt es aus den eigenen Reihen, dass einer Verlängerung des Zivildienst bei einer Sold Anpassung an die Bundeswehr OK ist.

Gespannt darf man auf den hoffentlich bald vorliegenden Vorschlag der SPD bleiben, welche für “mehr Freiwilligkeit im Wehrdienst und eine Stärkung der Freiwilligendienste” plädiert.

Weniger Geld für Weltwärts – 25% Kürzung!

3. März 2010 1 Comment

Erst gestern haben wir über Streichungen der Förderung für das FSJ im Ausland berichtet und heute schon müssen wir euch mitteilen, dass auch bei Weltwärts extreme Kürzungen geplant sind.

Bei den Kürzungen handelt es sich auch nicht um ein paar Euro, sondern um satte 11 Millionen Euro. Das sind Einsparungen von mehr als 25% des ursprünglich geplanten Budgets. Es gibt also wesentlich weniger Geld für Weltwärts als ursprünglich von der Regierung versprochen.

Du diese Entscheidung sind viele Entsendeorganisationen geschockt und auch die Folgen für viele Freiwillige können dramatisch sein. Es gilt nämlich zu befürchten, dass viele bereits zugesagte Entsendungen nicht mehr durchgeführt werden können.

Für dieses Jahr war ein anwachsen des Weltwärts Projekt um 1500 neue Stellen geplant und die Entsendeorganisationen haben sich auf die Versprechen der Bundesregierung verlassen. Diese plötzliche Streichung ist für viele Projekte vernichtend. Auch wurden vorab keine Entsendeorganisationen gefragt, eher im Gegenteil, es wurden sogar Versprechungen gemacht. Dieser miserable Politikstiel der CDU und FDP Regierung kann dazu führen, dass das Programm in diesem Jahr nicht wie geplant durchgeführt werden kann und viele Absagen auf die Freiwilligen zukommen werden.

Ursprünglich war geplant 10.000 Stellen im Weltwärts Programm zu schaffen. Aktuell gibt es ca. 3500 Stellen und es werden wohl auch nicht mehr werden. Jetzt warten alle Vereine auf eine klare Ankündigung vom Entwicklungsminister Dirk Niebel, wie er sich die Zukunft des Freiwilligendienstes “weltwärts” vorstellt, um sicherzustellen, dass die bisher getätigten Investitionen auch für die Zukunft bestmöglich genutzt werden können.